Form follows fingers

 

Die folgenden Seiten zeigen Kopf- und Handarbeiten von Majken Rehder, aus den Bereichen Film, Fernsehen, Musik, Illustration und Kunst.

Zu sehen sind Schauspieler, die in Knete adaptiert wurden, animiertes Essen, tanzende Dosen, Bela B. als Handpuppe, die Mutter der Nation, Prinz Charles, „die Türen“ als Barbie-Kens und merkwürdige Gestalten aus dem psychedelischen Abenteuermärchen „Reise ins Glück“ von Wenzel Storch ...

 

 
 

Der Weg ins Plastiland

 

Vom 6.-13. Lebensjahr lebte Majken Rehder mit ihrer Freundin Cosima in einem Playmobildorf in der Nähe von Hildesheim (später zogen sie gemeinsam nach Horse-City). Dort arbeitete sie unter anderem als Stadtplanerin, Bauleiterin, Drehbuchautorin und Regisseurin zugleich. In dieser Zeit erschuf sie ihren Playmobilmann John Pörcel – die erste von Rehder gesteuerte Plastikfigur. Die Liebe zu ihm wurde schließlich zum wichtigsten Impuls ihres späteren künstlerischen Schaffens.

Über ein paar Umwege in Richtung Töpfern, Makramee und Fimokunde wurden im Rahmen einer zwei Jahre währenden Marionetten-AG weitere selbstgefertigte Figuren zum Leben erweckt. Aus purer Orientierungslosigkeit diffundierte die junge Frau ...

Der Weg ins Plastiland

 

... schließlich in ein Studium der Angewandten Kulturwissenschaften und ästhetischen Praxis (Diplom). Hier erhielt sie im künstlerisch-praktischen Teil des Studiums eine solide Grundausbildung in den Bereichen Malerei und Fotografie – und die Erkenntnis, unbedingt etwas vollkommen Anderes machen zu müssen.

So entstanden ihre ersten Arbeiten aus Knete. 1994 entdeckte Wenzel Storch in der Ausstellung „Comictage in Hildesheim“ Rehders erstes veröffentlichtes Reliefbild und engagierte sie für die Umsetzung sämtlicher Trick- und Kulissenarbeiten seines Filmes „Reise ins Glück“ (1997-2004). Nach diesem ästhetischen LSD-Trip verschlug es sie ins Plastiland – und ihr Leben als Selbstständige war auf einmal nicht nur Stop-Motion sondern Nonstop-Motion.